Warscheneck wieder in Gefahr!

NEIN zur Naturzerstörung und Vernichtung öffentlicher Gelder! 
JA zur Rettung der Wurzeralm!

Eine Skischaukel soll Naturjuwel zerstören

Eine unterirdische Stollenbahn zwischen Schafferteich und Frauenkar soll die beiden Skigebiete Hinterstoder-Höss und Wurzeralm verbinden. Eine Bahn, für die Hin- und Rückfahrt, gänzlich unterirdisch. Zusätzliche Seilbahnen zur Steyrsbergreith und zur Schmidleitenreith, alle unter der kritischen Seehöhe von 1500 Meter, sowie Parkplätze, Speicherteiche, Straßen und sonstige Infrastrukturanlagen braucht es für die Verbindung.

 

Die negativen Auswirkungen sind enorm!

  • Die Zukunft von Skigebieten unterhalb von 1.500 Höhenmetern ist in Österreich bedingt durch den Klimawandel kritisch zu sehen. Sämtliche neuen Pistenkilometer liegen unterhalb von 1.500m Seehöhe.
  • Zur Beschneiung der 70 Hektar neuen Pistenfläche benötigt die Skischaukel viel Wasser. Als  Reservoir für die Schneekanonen sollen vier neue Speicherteiche mit einem Gesamtausmaß von  95.000 m² und einem Fassungsvermögen von rund 250.000 m³ entstehen. Das kühle Nass wird aus der Steyr und ihren Zubringern gepumpt. Dies kann vor allem im Herbst und Winter zu Wasser-Engpässen führen.
  • Die großen Wasserentnahmen können zu Engpässen in der Trinkwasserversorgung und auch zu steigenden Wasserpreisen führen.
  • Gefährdung der Quellhorizonte bzw. der Quellaustritte Pießling-Ursprung, Windhagersee und Schafferteich – der Pießling Ursprung gehört zu den größten Karstquellen in den Ostalpen und ist die größte Karstquelle in OÖ.

  • Wasserschongebiet Warscheneck - das BM für Landwirtschaft hat schon 1984 diese Wasservorräte von gesamtösterreichischer Bedeutung unter Schutz gestellt.

  •  Die notwendige künstliche Beschneiung findet größtenteils in der Nacht statt. Das Getöse der Schneekanonen sowie deren Beleuchtung werden nicht nur die Tier- und Vogelwelt, sondern auch die anrainende Bevölkerung stören.
  • Zur Verkehrsanbindung sieht die vor Kurzem veröffentlichte Machbarkeitsstudie einen 1.600 Pkw fassenden Parkplatz mit 36.000 m² in der Nähe des Tunnelportals beim Schafferteich vor. Die Betreiber planen 2 x täglich 1.600 Fahrzeuge durch Vorderstoder und Roßleithen ins Loigistal zu leiten. Wollen die Einwohner wirklich, dass eine Blechlawine durch ihre Orte rollen soll?!
  • Ein zweiter Parkplatz soll auf der Schmidleitenreith in der "Schling" mit einer Fläche von 30.000 m² entstehen. Dieser ist über die Mautstraße erreichbar. Zum Vergleich: Der bestehende Parkplatz in Hinterstoder umfasst derzeit 46.000 m². In Summe könnte sich das Verkehrsaufkommen mehr als verdoppeln.

  •  Eine 6m breite und später auch asphaltierte Zubringerstraße zum Schafferteich ist notwendig, die auch für schwere Baumaschinen geeignet ist.

  • Infrastruktur für Tunnelstation, Liftanlagen, elektrische Versorgung, Kassa, Toilettanlagen, Kanal, Gastronomie usw. sollen beim Schafferteich entstehen. Werden die zusätzlichen Kanal- und Straßenerhaltungsgebühren auf die Bevölkerung umgewälzt?
  • Die kolportierten Investitionskosten liegen bei 150 Mio. Euro. Doch aufgrund der geologischen Situation, kann niemand die Kosten wirklich abschätzen. Wird hier wieder einmal der Steuerzahler zur Kassa gebeten?
  • In Summe werden knapp 8 neue Pistenkilometer entstehen. Pro Kilometer ergibt dies Investitionskosten zwischen 12 und 20 Mio. Euro (mit bzw. ohne Tunnel). Der benötigte Aufwand steht in keiner Relation mehr zum Gewinn.
  • Wo liegt das "Ende der Fahnenstange"? Handelt es sich bei dem Tunnel am Ende gar nur um ein Ablenkungsmanöver, um in Wahrheit nach den herrlichen Lärchen-Urwäldern im Rot- und Loigistal zu greifen, sozusagen als das "kleinere Übel"?
  • Abhängigkeit von regelmäßig wiederkehrenden Fördergeldern: Der finanzielle Aufwand für die wenigen Pistenkilometer erhöht die Fixkosten enorm! Das Interesse am Skifahren schwindet tendenziell, die prognostizierten Zuwächse an Kunden sind daher unrealistisches Wunschdenken. Was bleiben wird, sind explodierende Kartenpreise oder aber eine weitere Verlustabdeckung durch die öffentliche Hand. Was aber, wenn die öffentliche finanzielle Unterstützung versiegt? Bleibt dann das Tal mit Riesenschulden zurück?
  • Die schweren Eingriffe in die Natur werden dem Sommertourismus vor allem in Roßleithen und Vorderstoder dramatische Einbußen bescheren - keinem Gast, der wegen der ruhigen und wunderschönen Berglandschaft kommt, wird das gefallen.

 

Die Naturfreunde bitten um Unterstützung! Zur Online-Petition >
Pressegespräch vom 5. Juni 2015:

Umweltdachverband, Naturfreunde & Alpenverein fordern:
Nationalpark Warscheneck statt 100 Millionen-Tunnel!

  • Stopp dem Tunnelprojekt – JA zum Naturjuwel! Intakte Naturräume dürfen nicht für unsinnige Erweiterungsprojekte geopfert werden
  • Das Warscheneck muss in den Nationalpark Kalkalpen einbezogen werden
  • JA zur Rettung der Wurzeralm

Die geplante Skiverbindung Höss – Wurzeralm treibt Natur- und UmweltschützerInnen auf die Barrikaden: Obwohl nicht nur die Schönheit eines Natur- und Bergparadieses, sondern auch Gesetze, Klimaprognosen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen und demographische Entwicklung dagegen sprechen, arbeitet die Seilbahnlobby weiter an der geplanten unterirdischen Stollenbahn zwischen Schafferteich und Frauenkar, um die Skigebiete Hinterstoder-Höss und Wurzeralm zu verbinden. Zusätzlich sollen sechs Seilbahnen zur Steyrsbergreith und zur Schmidleitenreith sowie Parkplätze, Speicherteiche, Straßen u. v. m. gebaut werden – und das in einem der hochwertigsten und schönsten Naturgebiete Österreichs!

 

Bergparadies und Hotspot der Arten- und Lebensraumvielfalt muss erhalten bleiben

„Das Warscheneck gehört zu den landschaftlich schönsten Bereichen der oberösterreichischen Kalkalpen und ist eine der bedeutendsten Karstlandschaften Europas. Es beherbergt den größten geschlossenen Lärchen-Zirbenwald der Alpen und ist mit seinem Endemiten-Reichtum, naturnahen Bergwäldern, alpinen Rasen und Karsthochflächen ein Hotspot der Arten- und Lebensraumvielfalt. Zudem ist der unter strengem Naturschutz stehende Kalkstock Planungs- bzw. Erweiterungsgebiet des Nationalparks Kalkalpen“, erklärt Franz Maier, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes.

 

Erweiterung des Nationalparks Kalkalpen um das Warscheneck – wann, wenn nicht jetzt?!

Vollkommen zu Recht sieht das oberösterreichische Nationalparkgesetz eine Einbeziehung des Warschenecks in den Nationalpark Kalkalpen vor. „Wir fordern von den politisch Verantwortlichen im Bundesland Oberösterreich daher die Umsetzung des Nationalpark OÖ Kalkalpen-Gesetzes und die Erweiterung des Nationalparks um das Warscheneck statt der Zerstörung dieses Naturparadieses durch ein riskantes und extrem teures Stollenprojekt. Wann, wenn nicht jetzt?!“, postulieren Umweltdachverband, Naturfreunde und Alpenverein unisono.

 

Tunnelprojekt ist aus ökologischen und ökonomischen Gründen abzulehnen

„Mit dem Pauschalargument, man müsse doch in die Zukunft der Region investieren, sollen unsere Schutzgebiete Schritt für Schritt ausgehöhlt werden – im Fall des Warschenecks im wahrsten Sinne des Wortes. Die Tunnelverbindung und die damit einhergehenden Eingriffe sind keine zukunftsträchtige Investition, im Gegenteil: Sie schädigen ein bewusst unter Schutz gestelltes Naturjuwel dauerhaft“, sagt Robert Renzler, Generalsekretär des Österreichischen Alpenvereins. Der geplante Zusammenschluss ist aus ökologischen und ökonomischen Gründen abzulehnen. „Das Tunnelprojekt entspringt einem rückwärtsgewandten Machbarkeitswahn, der glaubt, sein Heil im Wettrüsten mit westösterreichischen Skigebieten zu finden. Und gleichzeitig verkennt, welche unwiederbringlichen Werte dadurch zerstört werden“, ergänzt Maier.

 

Rasche Modernisierung der Wurzeralm – innovative Ideen & sanfter Tourismus gefragt

Die Naturfreunde Österreich sprechen sich klar für den Erhalt und den Ausbau des Skigebietes Wurzeralm aus. Wenn die in die Jahre gekommene Infrastruktur modernisiert wird, kann die Wurzeralm, die von enormer wirtschaftlicher Bedeutung für die Region ist, zu einem attraktiven Familien- und Kinderskigebiet ausgebaut werden. Mit innovativen Ideen und einer Entwicklung in Richtung Ganzjahrestourismus – unter Berücksichtigung der alpinen Freizeit- und Sportaktivitäten – kann das Gebiet speziell für Familien in Richtung sanfter Tourismus zu einem gesamtheitlichen Natur- und Bergerlebnis weiterentwickelt werden. Andreas Schieder, Vorsitzender der Naturfreunde Österreich, fordert daher eine „rasche Modernisierung der Wurzeralm bevor intakte Naturräume für unsinnige und völlig den Klimawandel ignorierende Projekte geopfert werden“. Die Vorsitzende der Naturfreunde Oberösterreich, Gerda Weichsler-Hauer, verlangt zudem den Ausbau der Wurzeralm in Richtung eines Skitourenkompetenzzentrums, denn damit würde diesem extrem boomenden Segment des Wintersportes die notwendige Aufmerksamkeit erteilt werden.

 

Appell an Politik: Klare Absage an das Tunnelprojekt noch vor der OÖ Landtagswahl

Umweltdachverband, Naturfreunde und Alpenverein fordern einen sofortigen Planungstopp und von der Politik noch vor der OÖ Landtagswahl eine klare und unmissverständliche Absage des Stollenprojekts. „Es dürfen keine weiteren öffentlichen Mittel in sinnlose naturzerstörerische „Machbarkeitsstudien“ und fehlgeleitete Planungen gesteckt werden. Für das Warscheneck muss es heißen – Nein zu naturzerstörerischen neuen Projekten und JA zur gesetzlich geforderten Nationalpark-Erweiterung!“, so UWD, Naturfreunde und Alpenverein abschließend.

Fotos vom Pressegespräch vor Ort am 5. Juni 2015
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