CO2-Kompensation

Nur wenige Anbieter uneingeschränkt empfehlenswert!

Laut einem Marktcheck des deutschen Verbraucherzentrale Bundesverbandes können für die CO2-Kompensation von Flugreisen nur drei spezialisierte Dienstleister uneingeschränkt empfohlen werden. Die Kompensationsangebote von Fluglinien berechnen hingegen die Klimawirkungen unzureichend.

Um CO2-Emissionen einer Flugreise nachhaltig und in vollem Ausmaß einzusparen müssen Kompensationsanbieter bestimmte Qualitätskriterien erfüllen.

 

Das Institut für Tourismus- und Bäderforschung (N.I.T.) bewertete im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV) von Mai bis Juli 2010 die Internetportale von acht Kompensationsagenturen, elf Fluggesellschaften und vier Reiseveranstaltern hinsichtlich ihrer Angebote zum freiwilligen CO2-Ausgleich. Untersuchungskriterien waren: Berechnung der Treibhausgasemissionen, Qualität der Kompensationsprojekte, Benutzerfreundlichkeit des Online-Angebotes sowie Transparenz der Kundeninformationen. Die Studienergebnisse zeigen dass von den Kompensationsagenturen nur die Anbieter Atmosfair, MyClimate und GoClimate uneingeschränkt empfohlen werden können.

Die empfohlenen Dienstleister erfüllen alle Qualitätskriterien und garantieren eine realitätsnahe Emissionsberechnung unter Einbeziehung des RFI-Faktors (Radiative Forcing Index), der signifikante Nicht-CO2-Klimawirkungen des Flugverkehrs – zum Beispiel die Bildung von Ozon, Stickoxiden oder Kondensstreifen – mitberücksichtigt. Zudem investieren diese Anbieter ausschließlich in Kompensationsprojekte, die mit dem sogenannten „Gold Standard“ ausgezeichnet sind und somit überprüfbare Emissionseinsparungen unter Beachtung sozialer und ökologischer Kriterien sicherstellen. Der einzige österreichische Anbieter, Climate Austria, wird im Marktcheck aufgrund des unberücksichtigten RFI-Faktors als „nicht empfehlenswert“ eingestuft.

Die untersuchten Fluglinien schneiden bei der Bewertung deutlich schlechter ab. Meistens ist die CO2-Kompensation nicht in den Buchungsablauf integriert und muss gesondert von der kooperierenden Agentur angefordert werden, womit ein echter Kundennutzen nicht gegeben ist. Die Qualität der Kompensationsprojekte wird bei den Kooperationspartnern der Fluglinien zwar als hoch eingestuft, jedoch sind wesentliche Defizite bei der Emissionsberechnung feststellbar. Keine der Fluggesellschaften rechnet den RFI-Faktor ein, selbst wenn die kooperierende Agentur diesen berücksichtigt. Da die Emissionsrechner der Fluglinien deutlich niedrigere CO2-Äquivalenzwerte ermittelten als die Agenturen, werden die Kompensationsangebote aller Airlines als „nicht empfehlenswert“ beurteilt.

Der Marktcheck des VZBV zeigt: Wer sicher gehen möchte, dass die Treibhausgasemissionen von Flugreisen durch wirkungsvolle Kompensationsprojekte auf Basis einer realitätsnahen Berechnung eingespart werden, sollte sich an bestimmte Dienstleister halten. Die Empfehlungen des VZBV für die Anbieter Atmosfair und MyClimate werden hierbei durch eine weitere Studie der Karl-Franzens-Universität Graz vom Februar 2010 gestützt. Von 34 untersuchten europäischen Kompensationsanbietern belegte Atmosfair den ersten Platz und wurde als Einziger als „sehr empfehlenswert“ eingestuft, gefolgt von MyClimate mit dem Prädikat „empfehlenswert“.

@Peter Griffin
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