WIR Naturfreunde für den Erhalt des Warschenecks

Das Naturjuwel Warscheneck soll durch ein neu geplantes Skigebiet zerstört werden!!

Nur wenige alpine Bereiche halten einem Vergleich mit der landschaftlichen Schönheit und Ursprünglichkeit des Naturschutzgebiets rund um das Warscheneck Stand. Diese unberührte Karstlandschaft in den oberösterreichischen Kalkalpen zeichnet sich auch durch eine einzigartige Fauna und Flora aus. Nun soll dieses Naturjuwel durch ein neu geplantes Skigebiet zerstört werden.

 

Die beinahe perfekte Synergie aus Freizeitangebot für Naturliebhaber und Sportbegeisterte jeglichen Anspruchsniveaus sowie die unberührte landschaftliche Schönheit machen das Warscheneck zu einem äußerst beliebten Ausflugsziel. Mit nur einer Stunde Wegzeit ist das zweitgrößte Naturschutzgebiet Oberösterreichs auch für Menschen aus den urbanen Gebieten Linz, Wels und Steyr sehr gut erreichbar. Das beinahe 5.000 Hektar große Gebiet ist aber auch Rückzugsgebiet und Lebensraum für eine Vielzahl an seltenen und gefährdeten Tieren und Pflanzen. Steinadler, Falken, Schneehühner, seltene Spechtarten, verschiedene Schmetterlinge und Käferarten sind hier heimisch. Auch einzigartige Pflanzen wie Feuerlilie, Türkenbund, Frauenschuh und Kalk-Glocken-Enzian sind Teil des Ökosystems.

 

Die Pläne 

Die Ausweitung des Naturschutzgebiets um den Bereich "Warscheneck-Nord" erfolgte erst im Jahr 2008 unter der Schirmherrschaft des damaligen Landeshauptmannstellvertreters und Naturschutzreferenten Erich Haider. Damit war die langfristige Absicherung auf Generationen fixiert. Alles schien perfekt zu sein.

 

Doch keine 2 Jahre danach lässt plötzlich Seilbahn-Multi und ÖSV-Präsident Schröcksnadel den Zusammenschluss der Skigebiete Höss und Wurzeralm mitten durch das Naturschutzgebiet Warscheneck planen.

 

Beabsichtigt ist die pistentechnische Zusammenlegung von Vorder- und Hinterstoder. Vom Frauenkar auf die Wurzelalm ist eine Seilbahn zum Gipfel des „Toten Mannes“ geplant, um an das Skigebiet Wurzeralm anzubinden. Von dort sollen Skipisten und Lifte zur Zellerhütte führen. Im Bereich der Hütte ist eine größere Station mit Restaurant geplant. Mehrere weitere Pisten führen durch die Zellerschneise zur Steyrsbergerreith. Die Anbindung zu den Huttererböden verläuft hier mit zwei größeren Abfahren zu den Hacklliften in Vorderstoder. Die Kosten für das ganze Projekt liegen bei geschätzten 75 Millionen Euro. Insgesamt sieben neue Lifte und etwa 60 zusätzliche Pistenkilometer sind mit dieser Summe angedacht. Der wirtschaftliche Nutzen bleibt jedoch äußerst umstritten.

 

Auswirkungen 

Obwohl es in Österreich immer weniger Pistenskifahrer gibt, zudem die Schneesicherheit in niedriger und mittlerer Lage zurückgeht und im unteren Bereich auch mit Beschneiungsanlagen nicht viel zu machen ist, wird an den Plänen festgehalten. Experten wissen zudem, dass ein Skigebiet in den nördlichen Kalkalpen aufgrund seiner geologischen Beschaffenheit im Karst nie jene Qualität eines Wintersportzentrums in der Schieferzone erreichen kann.

Abgesehen von der Sinnlosigkeit, ein Skigebiet unter 2000 m einzurichten, würde der Ausbau des Skigebietes den Neubau von Hotelanlagen, Zufahrtsstrassen und Parkplätzen nach sich ziehen, für die Abfahrten müssten Bannwälder gerodet werden, der Energieaufwand für die Beschneiung und eine hohe Lärmbelastung kämen noch dazu. Auch woher das Wasser für die Beschneiung genommen wird, ist noch nicht geklärt.

Der Beschluss würde zudem die Alpenkonvention unterlaufen. Mit der Unterzeichnung dieses internationalen Abkommens haben sich die Republik und das Land Oberösterreich vor einigen Jahren dazu verpflichtet, das bestehende Naturschutzgebiet zu erhalten. Ziel des Naturschutzes ist es, die Natur in seiner Vielfalt und Schönheit auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Damit stellt dich die Frage, welchen Wert eine Naturschutzbestimmung heute eigentlich noch hat. Die Umsetzung der Pläne wäre nicht nur ein massiver Eingriff in eine intakt und sensible Naturlandschaft, sondern auch ein negatives Vorzeigemodell für den Stellenwert von Naturschutzgebieten im Allgemeinen.

 

 

Finanzielles Interesse darf nicht an erster Stelle stehen 

Geltendes Naturschutzrecht wird völlig außer Acht gelassen. Durch den Ausbau werden hochsensible Ökosysteme einfach zerstört, ohne an die Folgen zu denken. Neben der massiven Naturzerstörung kann durch die Verwüstung der Landschaft auch von einer negativen Auswirkung auf den Sommertourismus ausgegangen werden. Die enorme landschaftliche Bedeutung der Region Warscheneck spielt angesichts finanzieller Interessen der Seilbahnbetreiber kaum eine Rolle. Besonders unverständlich ist, dass das Land Oberösterreich bislang keine Schritte unternommen hat, um dieses Projekt zu unterbinden. Mit jedem Tag des Zuwartens wird die Bedrohung für das Naturschutzgebiet größer.

 

Appell für den Erhalt der Natur 

Aus diesem Grund haben sich das Präsidium der Naturfreunde Österreich und das Präsidium der Naturfreunde Oberösterreich einstimmig gegen den geplanten Zusammenschluss der Wintersportgebiete Höss und Wurzeralm auf Kosten des bestehenden Naturschutzgebietes „Warscheneck – Nord“ ausgesprochen. Unser Appell an die oberösterreichische Landesregierung lautet, alles zu unternehmen, damit der Naturschutz in OÖ nicht zum Spielball wirtschaftlicher Interessen wird.

 

Klar ist dabei, dass diese Positionierung der Naturfreunde für das Warscheneck in keiner Weise als Positionierung gegen den Skisport in Oberösterreich gesehen werden kann. Die Naturfreunde Oberösterreich sind die „größte Skischule“ im Land mit einem jährlichen Betreuungsumfang von ca. 25000 Skikursteilnehmern und treten eindeutig für eine positive Zukunft des Skisports ein. Diese positive Zukunft kann aber keinesfalls so funktionieren, dass Naturschutz und Sport gegeneinander ausgespielt werden. Gerade im Sinne des Grundgedankens der Nachhaltigkeit muss ein Weg des Miteinanders gefunden werden. Raubbau auf Kosten des Naturschutzes kann nicht die Zukunft des Wintersports sein.

 

Eine breite Front formiert sich gegen das Projekt

Als die Pläne zu diesem Projekt bekannt wurden, schlossen sich sofort alpine Vereine und Naturschutzorganisationen zu der Plattform "Rettet das Warscheneck" (www.warscheneck.at) zusammen um gemeinsam eine Stratgie gegen das Projekt zu entwickeln. Unser Ziel: Das neue Naturschutzgebiet Warscheneck Nord in Oberösterreich zu erhalten! 

Die erste gemeinsame Pressekonferenz der Plattform fand am 25. November 2010 in Linz statt.

 

Helfen Sie uns dieses Wahnsinnsprojekt zu verhindern, und unterschreiben sie die Unterschriftenliste, welche oben zum Downloaden bereit steht. Bitte einfach ausdrucken, unterschreiben und voll ausgefüllt (bitte auch im Freundes- und Familienkreis verteilen) an die Naturfreunde Landesorganisation Oberösterreich, Landstraße 36, 4020 Linz, schicken!  DANKE für Ihre Unterstützung!

Das Naturschutzgebiet "Warscheneck" darf NICHT zerstört werden!
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