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Tipps für umweltverträgliche Bergerlebnisse

Für Wanderer und Bergsteiger

Wandern und Bergsteigen zählen sicher zu den schönsten Möglichkeiten, in der Natur unterwegs zu sein und diese genießen zu können. Da diese Aktivitäten mit keinen Emissionen verbunden sind, gelten sie auch als umweltverträglich. Wandern und Bergsteigen erleben jedoch in den letzten Jahren einen beträchtlichen Boom, und wenn viele Menschen dieser Freizeitbetätigung frönen, kann es schon zu merklichen Umweltbelastungen und Schäden kommen. In den besonders empfindlichen Bergregionen wirkt sich der Massentourismus auf die Pflanzen- und Tierwelt gefährdend aus. Der Alpenraum ist nicht nur ein Freizeitgebiet für gestresste Menschen, sondern in erster Linie Lebensraum einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt und der einheimischen Bevölkerung, auf die es Rücksicht zu nehmen gilt.

 

Die Naturfreunde Österreich vertreten die Philosophie, dass nur das persönliche Erleben der Natur die Grundlage für das Bewusstsein ihres Wertes und ihrer Schutzwürdigkeit schafft. Das Naturerleben sollte daher im Vordergrund stehen — Wandern und Bergsteigen sind mehr als körperliche Ertüchtigung und Leistungssport. Die Naturfreunde Österreich wollen die Alpen auch in ihrer Funktion als bedeutendes Freizeit- und Erholungsgebiet erhalten.

 

Wanderer und Bergsteiger können dazu einen wichtigen Beitrag leisten:

  • Auf den Wegen bleiben. Nur markierte Wege benutzen, vor allem in Wald- und Moorgebieten sowie auf alpinen Wiesen! Die Humusdecke in den Hochregionen ist sehr dünn und wird vor allem durch die Wurzeln von Pflanzen gehalten. 600 Tritte auf das gleiche Grasbüschel innerhalb eines Jahres lassen seine Wurzeln absterben. Der wertvolle Boden hat keinen Halt mehr und wird Opfer von Wind und Wasser.
    Jedes Verlassen des Weges kann zu einer erheblichen Störung der Wildtiere führen.
  • Mähwiesen und Nutzfelder dürfen in der Vegetationszeit nicht betreten werden.
  • In Jungwäldern, das sind Wälder mit einer Baumhöhe von unter 3 m, darf man nicht von den Wegen abweichen.
  • Keine Abkürzungen machen: Abkürzungen an Wegkehren und nahe der Falllinie können große Auswirkungen haben. Je nach Bodenart und Hangneigung kann sich aus einer harmlosen Verletzung der Grasnarbe eine Erosionsrinne entwickeln, in der bei Unwettern kleine Wildbäche entstehen. Das Wasser kann den ganzen Wanderweg zerstören, was möglicherweise eine großflächige Bodenzerstörung zur Folge hat.
  • Bergsteiger abseits von Wegen oder außerhalb der üblichen Zeiten untertags können unter Wildtieren erhebliche Unruhe verursachen. Vor allem wenn man sich ihnen von oben kommend nähert, reagieren Rehe, Gams- und Rotwild mit wilder Flucht. Auch Hunde können zur Störung beitragen. Bitte an die Leine nehmen!
  • Keine Pflanzen pflücken!
  • Hüttenversorgungswege nur zu Fuß benutzen und nicht mit dem eigenen Auto bzw. Motorrad oder mit einem Taxi
  • Weidegatter stets wieder schließen! Ein offen gelassenes Gatter kann Weidetiere in ernste Gefahr bringen.
  • Mit einem Hund über eine Kuhweide zu gehen, kann die dort grasenden Tiere sehr beunruhigen. Vorsicht vor allem bei Muttertierhaltung! Kühe reagieren auf einen Hund aggressiv.
  • Kein Feuer im Wald! Bis ein Wald ein richtiger Wald ist, vergehen etwa 200 Jahre. Wird ein Schutzwald Raub der Flammen, kann die Lawinen- und Murengefahr für die Bevölkerung im Tal dramatisch ansteigen.
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